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Gabriele Fricke
Kleine Heide 11 c
31515 Wunstorf
Tel (05031) 90 92 79
Fax (05031) 90 92 59
E-Mail:
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Herkunftsgebiet und
Berufe der Wanderarbeiter
Hauptherkunftsgebiet der Italiener war das Friaul.
Es liegt im nordöstlichen Zipfel Italiens und umfasst geographisch
sowohl eine Hochgebirgszone als auch eine Tiefebene. Die Region war
stark agraisch strukturiert und vom Wirtschaftswachstum ausgenommen.
Die Wanderung hatte hier eine jahrhundertealte Tradition. Es wurden
Produkte vertrieben, die die Bewohner meist selbst in Heimarbeit
hergestellt hatten. Es existierte eine Vielzahl von Berufen:
Ziegler, Maler, Terrazzo- und Mosaikleger, Säger, Schwellenmacher,
Schmiede, Krämer, Feder- und Holzgerätehändler, Stuhl-, Messer-,
Salami-, Eis-, Knoblauch- und Zwiebelverkäufer, Schwebebahnwärter,
Torfstecher, Terpentinsammler, Tunnel- und Ruderbauer. Die Orte
hatten sich auf bestimmte Gewerbe spezialisiert und somit entstand
eine Arbeitsteilung in der Region.
Mit der Zunahme der Industrie im Deutschen Reich verstärkte sich der
Anteil ungelernter Arbeiter im Bereich Industrie und Bergbau
innerhalb weniger Jahre. Vorwiegend fand man sie bei Erdarbeiten und
im Baugewerbe: bei neuen Bahnlinien, Tunnelbauten, Talsperren oder
Kanalisationsarbeiten. Ein weiterer Einsatzort war der Bergbau: z.B.
Gewinnung der Ruhrkohle und Eisenerz in Lothringen. Ihre Tätigkeit
war ebenso gewünscht in Ziegeleien und Steinbrüchen.
Jeder vierte ausländische Industriearbeiter war 1907 im Baugewerbe
beschäftigt, bei den Italienern nahezu jeder zweite. Nun war es vor
allem in Süddeutschland seit langer Zeit üblich, für Bauvorhaben
eine Vielzahl von italienischen Arbeitskräften und Spezialisten
heranzuziehen, vornehmlich Maurer, Schleifer, Ziegler, Steinmetze,
Steinbrecher. In älterer Literatur wird immer wieder erwähnt, dass
dadurch keine Konkurrenzsituation zum deutschen Arbeiter entstand.
Eine besondere Gruppe von Wanderarbeitern stellten
die berühmten "Terrazzai", die venetischen Fußboden- und Mosaikleger
dar. Gut bezahlte Facharbeiter wurden aber mit Beginn der modernen
Ausländerbeschäftigung immer mehr zur Ausnahme. 3
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Bäuerliche Kleinbesitzer |
(Bau-) Handwerker |
Landarbeiter |
Handwerker |
| 1880 |
2.941 |
5.426 |
3.742 |
2.101 |
| 1885 |
9.229 |
5.487 |
7.444 |
312 |
| 1890 |
12.408 |
6.171 |
12.794 |
2.532 |
| 1893 |
11.235 |
9.809 |
17.407 |
1.994 |
| 1900 |
3.096 |
19.661 |
14.575 |
794 |
| 1905 |
1.543 |
12.068 |
7.381 |
1.377 |
| 1910 |
5.082 |
13.041 |
8.868 |
3.774 |
| 1914 |
6.134 |
12.707 |
17.565 |
3.020 |
Tabelle 3: Überblick über die in der Heimat
ausgeübten Berufe
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